Lütjenburger in "Augusta Treverorum"

Nach einer kleinen anfänglichen Verzögerung traten 23 Lateiner am Morgen des 20.11.2017 die Fahrt nach Trier an. Elf Stunden später war es geschafft und Augusta Treverorum - so der antike Name der Stadt - lag direkt vor uns. Am nächsten Morgen begann die „Kulturschock-Woche“ (O-Ton ungenannter Teilnehmer) mit einer Stadtführung, die uns mit der Porta Nigra, der Basilika, dem Dom, der Liebfrauenkirche und den Kaiserthermen die ersten Sehenswürdigkeiten näher brachte. Gestärkt durch die in erster Linie vom unvermeidlichen Fast-Food-Konsum geprägte Mittagspause fuhren wir anschließend nach Longuich, um die dortige Villa Urbana zu besichtigen, die mit ihrer Länge von ca. 110 Metern einen eindrucksvollen Eindruck des römischen Lebens vermittelt. Auf den dort zu bewundernden „Wellness-Bereich“ könnte man auch heute noch neidisch werden. Prompt wurde die folgende Freizeit u.a. zur professionellen Verschönerung der Fingernägel genutzt.

Am Mittwoch begaben wir uns zunächst in das Rheinische Landesmuseum, um „Neues aus dem Untergrund“ zu erfahren und damit den archäologischen Spuren aus dem römischen Trier nachzugehen. Die darauf folgende Multimediashow entführte uns dann in das Reich der Schatten und die Welt des Mythos. Am Nachmittag dagegen wurde es „blutig“: Mit dem Besuch des Amphitheaters, in dem natürlich auch Gladiatoren auf Leben und Tod miteinander gekämpft hatten, widmeten wir uns dem Kapitel „panem et circenses“. Sina und Anneke wiesen uns kurz in die Geschichte des bis zu 20.000 Menschen fassenden Bauwerks ein. In den Gewölben unterhalb der Arena meinte so mancher, noch den Geruch von Schweiß, Blut und wilden Tieren vernehmen zu können... Der nächste Programmpunkt beinhaltete eine nun intensivere Besichtigung des Doms und der Liebfrauenkirche. Nach einem einführenden Kurzvortrag von Lukas und Johannes K. nutzte jeder die Gelegenheit, die eindrucksvollen Bauten für sich zu erkunden und sich auch der einen oder anderen lateinischen Inschrift zu widmen.

Der Donnerstag begann mit einem absoluten Highlight, nämlich der Erlebnisführung „Das Geheimnis der Porta Nigra“. Als neue Legionäre mussten wir unter dem Kommando eines Zenturios die Stadt gegen einfallende Germanen verteidigen und wurden gleichzeitig mit der langen und wechselvollen Historie des weltberühmten Bauwerks konfrontiert. Im Anschluss ging es ab unter die Erde: Die von einer riesigen Glaskonstruktion überbauten Thermen am Viehmarkt erstrecken sich weit unter den heutzutage genutzten Platz und sind ein weiterer Beleg für die Bäderkultur als wichtigen Teil des römischen Lebens. Der Nachmittag führte uns nach Mehring und zur dortigen Villa Rustica. Die ausführlichen Erläuterungen eines der Initiatoren der Ausgrabungen und der baulichen Rekonstruktion, Herrn Matthias Fassian, und die überaus schöne Lage der Villa an der Mosel werden uns in Erinnerung bleiben. Den Abschluss des Tages und damit der Fahrt bildete ein Kurzbesuch der Römerbrücke, die auf das 2. Jahrhundert zurückgeht und auch heute noch in Betrieb ist.

Ein wenig müde, aber in angenehmer Weise „kulturgeschockt“ erreichten wir am Freitagabend wieder Lütjenburg.

Bericht: M. Klein

 

   
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