Mit Kerzen und Wortspielen auf dem Markt

Die diesjährige Schülerfirma "Candleleif" möchte an die zahlreichen Erfolge früherer Schülerfirmen des Gymnasiums Lütjenburg anknüpfen. Aufgrund der überaus erfolgreichen Geschichte dieses Programms vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln darf unser Gymnasium sich "JUNIOR-Premium-Schule" nennen. Das Produkt, mit dem die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs den Markt erobern möchten, sind selbst gegossene Kerzen. Das Wachs stammt aus Kerzenresten, weshalb die Unternehmensgründer damit werben, dass die Kerzen "fair-brennen". Der Name der Firma ist eine Wortschöpfung, die den Namen des Vorstandsvorsitzenden aufgreift. Hans-Jürgen Schekahn berichtet in den Kieler Nachrichten vom 02.12.2017 ausführlich über "Candleleif".

 

Schülerfirma Candleleif wirbt für Kerzen, die „fair-brennen“

Lütjenburger Gymnasiasten gründen eine Aktiengesellschaft

Lütjenburg. In ihren Freistunden sind sie die Herrscher über die kleine Küche, die für die Oberstufenschüler des Lütjenburger Gymnasiums reserviert ist. Die Mitglieder der Schülerfirma Candleleif kochen sich aber keine Zwischenmahlzeit. Sie schmelzen Wachs am Herd und gießen daraus Kerzen.

Die zwölf Jugendlichen des 12. Jahrgangs beteiligen sich mit ihrer Firma an einer Aktion des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Die Einrichtung möchte mit Schülerfirmen junge Menschen für das Wirtschaftsleben interessieren. Dabei geht es so zu wie in einem richtigen Unternehmen. Candleleif hat einen echten Vorstandsvorsitzenden. Und weil der Leif heißt, begeisterten sich die Schüler für ein Wortspiel und machten aus dem bekannten Candlelight einfach ein Candleleif. Ganz schön kreativ. Es gibt eine Finanzabteilung, Leute, die für Marketing zuständig sind, und natürlich die Produktionsgruppe.

Den Grundstock für die Finanzierung legte die Gruppe mit der Ausgabe von 90 Anleihescheinen zu je zehn Euro. Wer noch einsteigen will: Es gibt noch einige Aktien zu erwerben. Was geschieht mit dem Geld? Kerzenformen müssen gekauft werden, Dochte, Gläser, Färbemittel für das Wachs. Der Internetauftritt kostet ebenso ein wenig Geld. Natürlich erhalten die Mitarbeiter auch Gehalt. Mit 35 Cent pro Stunde liegt man zwar deutlich unter dem Mindestlohn, aber die Schüler wollen damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern erfahren: Wer Löhne zahlt, muss auch zusehen, dass Geld wieder in die Kasse kommt. Das muss ein Unternehmer wissen.

In der Vorweihnachtszeit rechnet sich Candleleif gute Chancen auf dem Markt aus. Sie werben mit einem besonderen Spruch für ihre Kerzen, die „fair-brennen“. Das Wachs stammt nämlich komplett aus Resten, die die Schüler zu Hause, bei Verwandten oder Freunden auftreiben. Recycling ist umweltfreundlich und spart übrigens auch Geld, wenn man Reste aus den Wohnzimmerschränken aufarbeitet. Das freut auch die Aktionäre, die am Ende des Schuljahres eine Dividende auf ihre Anteile erhalten. Wenn denn bis zum Sommer die Produktion an den Mann und die Frau gebracht werden konnte.

Am heutigen Sonnabend stehen die Schüler mit ihrem Kerzenstand am Strandparkplatz von Hohwacht, am morgigen Sonntag sind sie beim Basar im Senioren Centrum Vitanas mit dabei. Weitere Auftritte in der Adventszeit sind geplant. Auch nach Weihnachten geht das Geschäft weiter. Pia Pahl: „Wir haben schon Ideen für Ostern.“

Die Kerzen, die in mehren Farben und Techniken gegossen werden, kosten ab 1 Euro aufwärts. Die Formen sind vielfältig. Natürlich gibt es die runde Standardkerze, aber auch Eisblumen aus Wachs, Kerzen in Weckgläsern oder in Zylinderform. Die größten Exemplare gehen für rund 10 Euro weg. Die kleinsten handeln die Schüler unter dem Namen „Kerzen to go“. Mit solchen Slogans hätten sie auch eine Werbeagentur eröffnen können. hjs

Selbstgegossene Kerzen sind ihr Geschäftsmodell (von links): Hannes Brinkmann, Leif Hauschild, Alexander Timpe, Leven Seydler, Runa Koch, Pia Pahl, Luca Hutzfeldt und Arne Biss. ©

 

   
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