Zehntklässler schnuppern in den Journalismus hinein

Die Teilnahme von Lütjenburger Gymnasiasten am Schulprojekt "MiSch" (früher "ZiSch") hat schon eine jahrelange Tradition. Auch in diesem Schuljahr schnuppern wieder Zehntklässler in die journalistische Arbeit bei den "Kieler Nachrichten" hinein. Zu Beginn der Projektphase hat Frau Strehl nun KN-Fotochef Ulf Dahl eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit und löcherten den Journalisten mit allerlei Fragen. Die KN vom 28.09.2018 berichten ausführlich über den Besuch in Lütjenburg.

 
MiSch-Eroberer sind startklar
Zehntklässler haben viele Fragen
Von Christin Jahns

Lütjenburg. Wie entscheidet man, über welche Unfälle berichtet wird? Welche Voraussetzungen braucht man, um Journalist zu werden, und wer macht eigentlich die Horoskope und Rätsel für die Zeitung? Die MiSch-Eroberer vom Gymnasium Lütjenburg starteten mit vielen Fragen in die Projektphase. Zehn Wochen lang bekommen sie und mehr als 800 weitere Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn im Rahmen des Projekts „Medien in der Schule“ (MiSch) die Kieler Nachrichten und die Segeberger Zeitung direkt vor die Schultür geliefert und dürfen eigene Beiträge verfassen.

Mit ihren persönlichen Exemplaren können sie die Zeitung entdecken und sich in Zeiten von Fake News einen Überblick über die Medienlandschaft verschaffen. Um die brennendsten Fragen gleich zu Beginn der Unterrichtseinheit zu klären, hat Lehrerin Maren Strehl sich für einen Redakteursbesuch noch vor den Herbstferien entschieden. „Wir bestimmen gemeinschaftlich, welche Angebote wir wahrnehmen. Den Unterrichtsbesuch haben die Schüler sich ausdrücklich gewünscht“, erzählt Strehl, die die Zehntklässler im Wahlpflichtbereich Medien unterrichtet.

Pünktlich um 8.45 Uhr sitzen alle Schüler auf ihren Plätzen und statt müdem Gemurmel startet ein wahres Fragenfeuerwerk. „Wer entscheidet, über welche Kriminalfälle berichtet wird und über welche nicht?“, fragt Sonja Blunck (16). „Zu jedem Artikel gehört ein Foto und da sollen ja in der Regel auch Menschen drauf sein. Haben die Fotografen dafür immer ein Model dabei?“, möchte Sophie Lange (15) wissen. „Models haben wir zwar nicht dabei, aber die Menschen, die auf dem Bild zu sehen sind, müssen wir vorher fragen, ob sie damit einverstanden sind“, erklärt KN-Fotochef Ulf Dahl. „Ansonsten kann es richtig viel Ärger geben.“

Um für ihre eigenen Beiträge zu üben und das neu erlernte Wissen zum Thema Komposition und Bildführung anzuwenden, können viele Schüler es kaum abwarten, Teleobjektiv und Kamera auszuprobieren, und nehmen die Gestaltung des Klassenfotos einfach selbst in die Hand.

Die Beiträge der Schüler erscheinen im Netz unter blog.kn-misch.de . Ab November veröffentlicht unsere Zeitung in der gedruckten Ausgabe zwei Seiten pro Woche.

Ganz schön schwer: KN-Fotochef Ulf Dahl (rechts) erklärt Lukas Wiedling (16, Mitte) und seinen Mitschülern vom Gymnasium Lütjenburg beim MiSch-Besuch den Umgang mit dem Teleobjektiv. ©
   
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