"Mit Daten lügen"

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft lädt (in Zusammenarbeit mit der VHS Lütjenburg) zum letzten Vortrag dieser Saison ein. Am Mittwoch, dem 25.04.2018, wird Prof. Dr. Bernhard Thalheim ab 19:30 Uhr im großen Hörsaal des Schulzentrums über Daten sprechen. Herr Prof. Thalheim lehrt seit 2003 Technologie der Informationssysteme am Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Daten sind überall, sind einfach, stets gültig, stets richtig und deshalb überall nutzbar. Zum Mythos gehört, dass Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind. Sie werden als Universal-argument eingesetzt. Keine Talkshow kommt ohne Daten aus, manche strotzen sogar davon. Man müsste heute deshalb mit Goethe durch Mephisto sagen: Denn eben, wo Anstand fehlt, da stellt ein Datum zur rechten Zeit sich ein. Daten müssen jedoch interpretiert werden, bedürfen einer durchdachten Verwendung, müssen auf ihre Qualität geprüft werden und altern auch. Heutzutage hätte Goethe dem Mephisto zugeschrieben: Mit Daten lässt sich trefflich streiten, Mit Daten ein System bereiten, An Daten lässt sich trefflich glauben, Von einem Datum lässt sich keine Ziffer rauben. Im Vortrag stellen wir Verfahren und Mechanismen vor, wie man präsentierte Daten hinterfragt, wie man Daten systematisch erhebt und pflegt und was ein Datum wirklich zu Information werden lässt und nicht etwa zu Desinformation und Missinformation oder gar Propaganda nutzt, kurzum, wie man mit Daten umgeht, sowie auch, wie man Daten richtig liest und die Manipulation durch Daten erkennt.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gäste herzlich willkommen.

Eintritt für Mitglieder der VHS 3,- €, für Nichtmitglieder 5,- €, Schüler und Studenten frei.

 

Das Eis der Arktis schmilzt

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft lädt wieder zu einem ebenso interessanten wie aktuellen Vortrag ein. Am Donnerstag, dem 22.03.2018, wird Prof. Dr. Dieter Piepenburg ab 19:30 Uhr im großen Hörsaal des Schulzentrums über die Folgen des globalen Klimawandels sprechen: "Das Eis der Arktis schmilzt: Was bedeutet das für die marinen Lebensgemeinschaften?". Herr Dr. Piepenburg ist seit 2006 Professor am Institut für Ökosystemforschung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Weite Teile des Nordpolarmeers in der Arktis sind von "ewigem" Eis bedeckt – diese alte Schulweisheit verliert mit nicht erwarteter Geschwindigkeit seine Gültigkeit. Der globale Klimawandel ist nirgendwo auf der Erde deutlicher in seinen Auswirkungen als in den hohen nördlichen Breiten. Das Meereis der Arktis schmilzt, und zwar nach neuesten Erkenntnisse sogar noch viel schneller als vorhergesagt: Nicht erst im nächsten oder übernächsten Jahrhundert, sondern schon in etwa 30 Jahren könnte(fast) das gesamte Nordpolarmeer während des Sommers eisfrei sein! Die ökologische Bedeutung dieser Umwälzung kann kaum überschätzt werden. Eine grundlegende Erkenntnis der Meeresforschung der letzten Jahrzehnte war, dass das Meereis nicht nur einen eigenen besonderen Lebensraum darstellt, sondern darüber hinaus auch für die anderen marinen Lebensräume im Freiwasser und sogar am Meeresboden direkt oder indirekt von großer Bedeutung ist. Es ist deshalb sicher, dass sein Verschwinden das gesamte Leben in den arktischen Meeren grundlegend beeinflussen wird. In dem Vortrag wird dargestellt, was die Wissenschaft über die gesamtökologische Bedeutung des Meereises weiß und welche Veränderungen mit seinem rapiden Rückgang in der Arktis erwartet werden.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gäste herzlich willkommen.

Eintritt für Nichtmitglieder 5,- €, Schüler und Studenten frei.

 


 

Elektromobilität - Vorgeschichte und Zukunft

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft lädt wieder zu einem ebenso interessanten wie aktuellen Vortrag ein. Am Donnerstag, dem 08.02.2018, wird Dr. Sönke Harm ab 19:30 Uhr im großen Hörsaal des Schulzentrums über Elektromobilität als "Zukunftstechnologie mit langer Entwicklungsgeschichte" sprechen. Herr Dr. Harm ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Elektrofahrzeuge gelten angesichts der sich verschärfenden Klimaprobleme als die Zukunftstechnologie. In der Tat haben Fortschritte sowohl im Bereich elektronischer Bauelemente als auch bei magnetischen Materialien zu einer technologischen Revolution in der elektrischen Antriebstechnik geführt. Ausgehend von den physikalischen Grundprinzipien der Umwandlung zwischen elektrischer Energie und mechanischer Arbeit spannt der Vortrag den Bogen vom klassischen Gleichstrommotor über Schrittmotorantriebe zur Positionierung bis hin zu den typischen Drehstrommaschinen. Der Wirkungsgrad dieser neuartigen Systeme aus elektromechanischem Energiewandler und Leistungselektronik ist dem klassischen Gleichstrommotor deutlich überlegen. Daher kommt diese neue Antriebstechnik in großer Vielzahl z.B. im Pedelec, bei Hybridfahrzeugen, aber auch bei reinen Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Zusammenfassend werden ökologische und ökonomische Aspekte der Elektro-mobilität z.T. auch kritisch diskutiert.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gäste herzlich willkommen.

Eintritt für Nichtmitglieder 5,- €, für Mitglieder der VHS Lütjenburg 3,-€, Schüler und Studenten frei.

 


 

Die Reformation im Norden - eine Erfolgsgeschichte?

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft lädt zu einem weiteren Vortrag in diesem Schuljahr ein. Am Donnerstag, dem 18.01.2018, wird Prof. Dr. Detlev Kraack ab 19:30 Uhr im großen Hörsaal des Schulzentrums über die Reformation im Norden sprechen und ihre vermeintliche Erfolgsgeschichte kritisch hinterfragen. Herr Dr. Kraack unterrichtet Geschichte und Latein am Gymnasium Schloss Plön, hat vor einigen Jahren auch an unserer Schule Religion unterrichtet und ist zudem im Jahr 2001 zum außerplanmäßigen Professor für Mittelalterliche und Landesgeschichte an der TU Berlin ernannt worden.

Aus protestantischer Sicht scheint die Sache einigermaßen klar zu sein: Eine von Krisenszenarien geschüttelte katholische Kirche, die sich mehr und mehr von den Menschen und ihren Problemen entfremdet hatte, vermochte den lutherischen Predigern, die in den 1520er Jahren auch nördlich der Elbe die Menschen zu faszinieren wussten, kaum etwas entgegenzusetzen. Feldklöster und städtische Bettelordenskonvente wurden aufgelöst und Domkapitel säkularisiert, die vorreformatorischen Geistlichen entweder für die Verkündigung der neuen Lehre gewonnen oder vom Hof gejagt. Mit der Morgenröte der Reformation erlebte das Land gleichsam eine zweite, vom wahren Gauben getragene Christianisierung. – Der Vortrag möchte im Jahr der Reformation wider den Stachel löcken und aus historischer Perspektive einiges an der lutherischen Legendenbildung zurechtrücken, um dem Gesamtphänomen dadurch vielleicht umso mehr gerecht zu werden.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gäste herzlich willkommen.

Eintritt für Nichtmitglieder 5,- €, für Mitglieder der VHS Lütjenburg 3,-€, Schüler und Studenten frei.

 

"Können wir unser Oberstübchen nachbauen?"

Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft lädt zu einem weiteren Vortrag in diesem Schuljahr ein. Am Dienstag, dem 28.11.2017, wird Prof. Dr. Hermann Kohlstedt ab 19:30 Uhr im großen Hörsaal des Schulzentrums über Nanotechnologie sprechen und der Frage nachgehen: "Können wir unser Oberstübchen nachbauen?". Herr Dr. Kohlstedt ist seit 2009 als Professor für Nanoelektronik an der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig.

100 Milliarden Nervenzellen, Neuronen genannt, verarbeiten hochkomplexe Informationen im menschlichen Gehirn. Dabei verbraucht unser biologisches Netzwerk gerade einmal 20 Watt. Moderne Supercomputer (mit bis zu 18 Mega Watt!) sind nicht in der Lage, das Gehirn und seine Fähigkeiten auch nur annähernd zu simulieren. Das liegt an der besonderen Architektur der biologischen Informationsverarbeitung und -speicherung. Inwieweit können wir neurobiologische Prinzipien in elektronischen Schaltkreisen umsetzen? Ist es möglich kognitive Fähigkeiten oder sogar Bewusstsein technisch zu realisieren? Anhand von einfachen Experimenten und anschaulichen Beispielen werden im Vortrag die neuesten Ansätze und Strategien in der Forschung vorgestellt, aber auch mögliche Grenzen diskutiert.

Vortrag mit anschließender Diskussion.

Gäste herzlich willkommen.

Eintritt für Nichtmitglieder 5,- €, Schüler und Studenten frei.

   
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